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28.07.2026rss_feed

Brandenburgs Schweinebestand auf niedrigstem Stand seit 1990

©ISN

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Die Schweinehaltung in Brandenburg ist stark rückläufig: Neue Zahlen des Amts für Statistik belegen einen historischen Tiefstand bei Tierbeständen und Betriebszahlen. Als wesentliche Treiber der Entwicklung gelten neben Tierseuchen auch strukturelle Veränderungen in der regionalen Schlachtinfrastruktur.

 

Die Schweinehaltung in Brandenburg hat einen historischen Tiefpunkt erreicht. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg nach den vorläufigen Ergebnissen der jüngsten Erhebung mitteilt, wurden zum Stichtag am 3. Mai 2026 in Brandenburg nur noch 529.000 Schweine gehalten. Das ist der niedrigste Bestand seit 1990 und bedeutet einen Verlust von knapp 56.000 Tieren oder 9,5 % im Vergleich zum November 2025. Parallel dazu schrumpfte die Anzahl der Schweinebetriebe innerhalb von nur sechs Monaten um 13 % beziehungsweise 15 Betriebe auf nur noch 105 aktive Schweinehalter. Wie drastisch dieser Strukturwandel ist, zeigt der langfristige Vergleich: Im Jahr 2011 gab es in Brandenburg noch 225 Schweine haltende Betriebe, womit sich deren Zahl in den vergangenen 15 Jahren mehr als halbiert hat.

 

Bestandsabbau in allen Kategorien

Der Bestandsabbau erstreckt sich über alle Schweinekategorien. Besonders heftig traf es die Mastschweine, deren Zahl innerhalb von nur sechs Monaten um knapp 15 % auf 118.000 einbrach. Der Zuchtsauenbestand verringerte sich um knapp 9 % auf 56.000 Tiere, während die Zahl der Ferkel und Jungschweine um knapp 8 % auf 354.000 Tiere schrumpfte.

 

Schlachtzahlen brechen ein

Dieser Trend schlägt sich auch bei den Schlachtungen nieder. Im Jahr 2025 kamen in Brandenburg mit 799.000 Schweinen so wenige Tiere an den Schlachthaken wie seit 1991 nicht mehr – ein Minus von 23 % im Vergleich zum Vorjahr.

 

Tierseuchen und fehlende Schlachtstätten als Treiber

Maßgebliche Ursachen für diese Entwicklung sind die wirtschaftlichen Folgen der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg, der MKS-Ausbruch Anfang 2025 sowie die Schließung des Schlachthofs in Perleberg (ca. 24.000 Schweineschlachtungen pro Woche) im Dezember 2025. Der Verlust der regionalen Schlachtinfrastruktur zwingt die Erzeuger zu weiten Transportwegen nach Weißenfels in Sachsen-Anhalt, was die Logistikkosten in die Höhe treibt.