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Juni 2022:

Wirtschaftsdünger als Wertstoff - Abschlussveranstaltung des Praktikernetzwerks Wirtschaftsdünger

Foto: ISN

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Organischer Dünger gewinnt durch die angespannte Situation an den Rohstoffmärkten zunehmend an Bedeutung und wandelt sich spürbar vom Abfall- zum Wertstoff. Welche Potentiale im Einsatz von Wirtschaftsdünger stecken und welche Rolle er als Ersatz für den mineralischen Dünger und zur Energiegewinnung spielt, wurde am Mittwoch vergangene Woche bei der Vortrags- und Abschlussveranstaltung des Praktikernetzwerks Wirtschaftsdünger in Bakum thematisiert und rege diskutiert. Zudem berichtete ein Landwirt über seine Erfahrungen mit der Planung und dem Bau seines Schweinestalles mit Kot-Harn-Trennung.

 

Am Anfang gab es auch Bedenken, aber es hat sich gezeigt, wir sind bei dem Thema ganz vorne mit dabei, eröffnete ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes am Mittwoch letzte Woche die Vortrags- und gleichzeitig Abschlussveranstaltung des Praktikernetzwerks Wirtschaftsdünger. Vor dreieinhalb Jahren wurde das Netzwerk von Fachexperten, Wissenschaftlern und natürlich Landwirten gegründet, mit dem Ziel die Nährstoffbilanz in der Modellregion Oldenburger Münsterland zu verbessern. In ca. 40 Veranstaltungen, die im Rahmen des Projekts durchgeführt wurden, standen der Wissenstransfer und der Erfahrungsaustausch sowie Hilfestellungen für Tierhalter in der Frage der Nährstoffverwertung in ihren Betrieben im Fokus. Wir haben in diesem Bereich sehr viel geschafft, resümierte Dierkes die Arbeit der letzten Jahre. Doch es gibt immer noch viele Herausforderungen und Probleme, die wir deutlich besser lösen können. Deshalb werde man auch nach Auslaufen des Projekts an dem Thema dran bleiben. Dierkes bedankte sich bei allen Beteiligten für ihre engagierte Arbeit im Netzwerk. Wir können viel erreichen, wenn man uns nur die Bürokratie vom Hals hält, lautete sein Abschlussfazit mit einem Augenzwinkern.

So ist die Marktlage am Düngemittelmarkt

Seit Herbst letzten Jahres steigen die Preise für Düngemittel rapide an. Die Gründe dafür erläuterte Stephanie Stöver-Cordes von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) in ihrem Vortrag und ging dabei konkret auf die aktuellen Entwicklungen am Düngemittelmarkt ein. Turbulenzen am Energiemarkt haben bereits vor dem Ukraine-Krieg zu steigenden Mineraldüngerpreisen geführt. Durch den Krieg habe sich die Situation weiter verschärft. Allein von Januar bis April 2022 sind die Düngemittelpreise um 35 % gestiegen. Inzwischen wurde in Deutschland die Alarmstufe des Notfallplans-Gas ausgerufen, Energie ist ein knappes Gut, die Erdgaslieferungen wurden um 60% eingestellt. Die Folge für den Düngemittelmarkt: Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa reduzieren Werke ihre Produktion oder gehen vorrübergehend außer Betrieb. Das Thema wird den Düngemittelmarkt noch sehr beschäftigen, lautete Stöver-Cordes Resümee. Die Expertin rät den Landwirten sich dieser Situation anzupassen, zum Beispiel bei der Wahl der Kulturen und der genauen Ermittlung des Bedarfs und gezielter Ausbringung. Daneben werde auch der Einsatz von organischem Dünger als Ersatz von mineralischem Dünger zunehmend interessanter und sinnvoll.

 

Gülle – das braune Gold!?

Auf die weiteren Vorteile beim Einsatz von Wirtschaftsdüngern ging Lüder Cordes von der LWK Niedersachsen im zweiten Teil des Vortrags genauer ein. Schon 1959 wusste man, dass sich durch organische Düngung die Ertragsstabilität erhöht – das gilt auch heute noch, führte Cordes in das Thema ein und belegte anhand einiger Praxisbeispiele und Versuchsergebnisse die positiven Eigenschaften von Wirtschaftsdünger, wie die Verfügbarkeit von Nährstoffen und Spurenelementen, den Humusaufbau, eine verbesserte Wasserspeicherkapazität und ein aktives Bodenleben. Besonders auf leichten Böden könnten organische Dünger so zu einer Verbesserung des Standorts beitragen. Organische Dünger sind wertvoll. Sie können mineralische Dünger ersetzen und mit ihnen lassen sich hohe Erträge erzielen, lautete das Fazit des Vortrags.

Einsatz von Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen: Potential vorhanden

Einen weiteren Einsatzbereich von Wirtschaftsdüngern stellte Joost Kuhlenkamp vom Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen e.V. vor, und zwar den zur Energiegewinnung. Derzeit würden in Niedersachsen nur 17 % des anfallenden Wirtschaftsdüngers in Biogasanlagen eingesetzt. Dies sei insbesondere darauf zurückzuführen, dass der Bestand primär auf den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen geplant und gebaut wurde, aber auch genehmigungsrechtliche Hürden sowie die Lager- und Verbringungsproblematik durch die Düngeverordnung spielen eine Rolle. Zudem sei der Mehreinsatz von Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen politisch nicht gewollt gewesen. Doch: Ein steigender Einsatz von Reststoffen und Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen ist notwendig und zu erwarten, so Kuhlenkamps Einschätzung, insbesondere vor dem Hintergrund der aufkeimenden Tank-Teller-Diskussion. Daneben könnten Kosten und Fläche eingespart sowie Emissionen gemindert werden. Nun ist die Politik unter Zugzwang, längerfristige Perspektiven zu schaffen!

 

Praktikerbericht: Planung und Bau einer Kot-Harn-Trennung

Im einem weiteren Vortrag der Veranstaltung erzählte Arnd Frilling, Landwirt aus Goldenstedt, von seinen Erfahrungen mit der Planung und dem Bau eines Schweinestalls mit Kot-Harn-Trennung. Warum gerade Kot-Harn-Trennung? Auf diese Frage hatte Frilling gleich mehrere Antworten. Eine Genehmigung für einen konventionellen Maststall mit Luftwäscher lag bereits vor, doch Frilling wollte mit dem Neubau künftigen Tierwohlanforderungen gerecht werden und vor allem das Güllekonzept schon jetzt anpassen. Da der Bau eines Strohstalls aufgrund des Standorts nicht in Frage kam, musste eine andere Lösung her. Ausschlaggebend für die Kot-Harn-Trennung waren auch die hohen Abgabepreise für Gülle, daneben waren durch die Hühnerhaltung bereits die besseren Vermarktungsmöglichkeiten der festen Phase bekannt. Obwohl deutlich geringere Emissionen zu erwarten sind, musste ein Luftwäscher eingebaut werden. Dieser kann allerdings nach erwiesener Emissionsminderung wieder entfernt werden. Ob das jetzt der Stein der Weisen ist, weiß ich nicht, aber wir haben A gesagt und werden jetzt auch B sagen. Ob sich das durchsetzt, wird sich in 2 Jahren zeigen, antwortete Frilling ehrlich auf die vielen interessierten Rückfragen aus dem Publikum.



April 2019:

Auftaktveranstaltung Praktikernetzwerk Wirtschaftsdünger

Gut besucht war die Auftaktveranstaltung des neu gegründeten Praktikernetzwerks. (Foto: ISN)
© ISN

Gut besucht war die Auftaktveranstaltung des neu gegründeten Praktikernetzwerks. (Foto: ISN)

Eine trotz bestem Ackerwetter mit ca. 110 Teilnehmern sehr gut besuchte Auftaktveranstaltung zum Praktikernetzwerk Wirtschaftsdünger, machte am 25. April 2019 in Bakum-Hausstette die Bedeutung des Projektes deutlich. Denn das Thema ist angesichts des einen Tag zuvor vorgestellten Nährstoffberichts und angesichts der Diskussion um die Düngeverordnung hochaktuell. Ziel des Projektes ist es nämlich, Lösungsansätze zur Verminderung des Nährstoffüberschusses in tierhaltenden Betrieben im Oldenburger Münsterland zu prüfen und wenn möglich zur Umsetzung zu begleiten. Denn das Thema Wirtschaftsdünger muss im wahrsten Sinne des Wortes aufbereitet werden. Betriebe aus der Region sind nun aufgerufen, sich zur Teilnahme am Projekt zu melden.

 

Es ist noch viel zu tun klang zu Veranstaltungsbeginn durch. Wie dringend das Nährstoffproblem gelöst werden muss, beschrieb ISN-Vorsitzender Heinrich Dierkes auch mit Blick auf den frisch veröffentlichten Nährstoffbericht Niedersachsens. Wichtig ist, dass wir als Landwirtschaft die Lösung des Nährstoffproblems selbst in die Hand nehmen, so Dierkes. Thomas Nordhus, erster stellvertretender Vorsitzender vom Kreislandvolksverband Vechta, beschrieb die ganze Bandbreite der aktuellen politischen Entwicklungen, die für die Landwirtschaft immer größere Herausforderungen darstellen. Die politischen Rahmenbedingungen würden in immer kürzeren Abständen fundamental verändert. Dies spiegele sich auch in den zahlreichen Betriebsaufgaben wider. Am Ende der Veranstaltung resümiert Heinrich Dierkes: Ich habe nun mehr Mut als vorher. Er freute sich über die Vorwärtsentwicklung, die bei der Auftaktveranstaltung des Praktikernetzwerkes in der Luft lag.

 

Betriebe in den Landkreisen Vechta und Cloppenburg gesucht

Matthias Quaing von der ISN zeigte auf, um was es beim Praktikernetzwerk Wirtschaftsdünger geht. Im Rahmen des Projekts sollen gute Ideen und Lösungsansätze auf Betrieben in der Region individuell unter die Lupe genommen, geplant und im Optimalfall zur Umsetzung gebracht werden. Dabei spiele die ganze Bandbreite – angefangen bei der Lagerung und einfachen Sinkverfahren bis hin zu komplexen Aufbereitungsverfahren – eine wichtige Rolle.

Das Projekt wird zu gleichen Teilen durch die beiden niedersächsischen Ministerien für Landwirtschaft und Umwelt gefördert, weitere finanzielle Unterstützung kommt von der Stiftung Gewässerschutz Weser-Ems. Den Güllebehälter können wir Ihnen zwar nicht bezahlen, aber bei der Prüfung und Planung von Lösungen können wir Sie im Rahmen des Projektes durch Beratung und Gutachten unterstützen, erklärte Quaing. Insbesondere beim Ersatz der Mineraldünger durch Produkte aus Wirtschaftsdünger ist das Stickstoff- Einsparpotenzial noch hoch, wie der Nährstoffberichtzeigt, so Quaing. Er machte Mut, die Aufbereitung von Dünger hin zu transportwürdigen Gütern in Angriff zu nehmen, denn es fehle oft nur noch der letzte Meter bis zur Umsetzung.

Quaing rief die Tierhalter aus dem Oldenburger Münsterland dazu auf, sich am Projekt zu beteiligen. Grundsätzlich können alle Betriebe am Projekt teilnehmen, egal ob groß oder klein, ob mit Problemen oder Lösungsansätzen. Neben den konkreten Aktivitäten auf dem Betrieb ginge es insbesondere auch darum, die guten Ideen aus der Praxis in die Breite zu tragen, damit möglichst viele davon profitieren, ergänzte Dr. Karl-Heinz Tölle, Geschäftsführer der ISN Projekt-GmbH.

 

Viele Ansätze unterwegs

Einen Gesamtüberblick über die verschiedenen Aufbereitungsformen lieferte Hans-Jürgen Technow von der Landwirtschaftskammer Niedersachen. Hierunter fallen Sedimentationsverfahren, bei denen Schweinegülle eingedickt wird, so dass sich mithilfe der Sinkschichtbildung der nährstoffarme dünne Anteil vom nährstoffreichen festen Anteil trennen lässt. Das Sedimentationsverfahren stelle bei dünner Gülle ein günstiges und effizientes Verfahren da, beurteilte Technow. Des Weiteren stellte er die Separationstechniken mit Pressschnecke und Zentrifuge vor. Die Pressschnecke sei zwar kostengünstiger, schaffe dafür nur etwa halb so viel Abscheidemenge. Technow stellte auch die Vor- und Nachteile von mobilen und stationären Anlagen heraus sowie die Möglichkeit, Flockungsmittel einzusetzen, um die Produktivität von Pressschnecken zu erhöhen.

Als weiteres Verfahren stellte er eine Kompostierungsanlage vor, bei der neben festen Komponenten auch flüssige kompostiert werden können. Zum Thema Vollaufbereitung von Wirtschaftsdünger gab Technow den Hinweis, den Prozess im Ganzen mit zu betrachten. Es gebe viele Aspekte zu beachten, um eine Vollaufbereitung sinnvoll zu betreiben. Hier müssten die Güllezufuhr auf dem Veredlungsbetrieb, die Gesamtkosten der Anlage und die Abnahmesituation der Produkte realistisch eingeschätzt werden. Letztendlich werden sich die effizienten Verfahren mit hohem Wirkungsgrad durchsetzen, beurteilt Technow.

 

Aus der Praxis: Eine biologische Aufbereitungsanlage

Die volle Aufmerksamkeit bekam auch Winfried Kläne-Menke, Landwirt aus Cloppenburg, bei der Vorstellung seiner biologischen Gülleaufbereitung. In seiner Anlage werde die Mischgülle (Sauen- Ferkel und Zuchtläufergülle) zunächst homogenisiert und in eine Zentrifuge gegeben, wo der Feststoff abgespalten wird, beschrieb der Landwirt. Die flüssige Phase wird im Flüssigbunker unter Einsatz von Bakterien mithilfe von Belüftungsmotoren aufbereitet. Wie in einer Kläranlage", erläuterte Kläne-Menke das Verfahren.

Das System sei besonders umweltfreundlich, weil keine Ammoniak-Emissionen entstehen und stattdessen das umweltneutrale Stickstoff als umweltneutrales N2 entweichen kann. Ackerbaulich müsse man sich durch die ungewohnte Zusammensetzung der flüssigen Phase umstellen, erklärte Kläne-Menke, denn diese enthalte kaum noch Stickstoff. Die feste Phase mit den wesentlichen Phosphoranteilen könne er gut vermarkten. Die Anlage habe einen niedrigen Arbeitsaufwand und ihm eine erhebliche Last von den Schultern genommen, resümierte der Landwirt. Fazit: Genau solche Praxisbeispiele machen das Praktikernetzwerk aus!

 

Zielkonflikte und Hürden konkret benennen

Gerade die konstruktive Diskussion der Teilnehmer hat die Veranstaltung belebt. So nutzte Dr. Stefan Dreesmann vom Landwirtschaftsministerium Niedersachsens die Chance, die Arbeitsweise von Landwirtschafts- und Umweltministerium aus seiner Perspektive zu beschreiben. Landwirte, die im Genehmigungsverfahren auf Hindernisse stoßen, sollen ihre konkreten Probleme benennen und über das Praktikernetzwerk an das Ministerium weitergeben. Denn nur so können sie behoben werden. Auch Uwe Bartels, ehemaliger niedersächsischer Landwirtschaftsminister und Vorsitzender des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland, ergriff das Wort: Politisch und auf behördlicher Ebene müsse noch viel Umdenken stattfinden, um die Landwirte in ihren Bemühungen um Lösungen zu unterstützen.

 



 

 


Februar 2019:

Niedersachsen unterstützt Praktikernetzwerk Wirtschaftsdünger

Ministerin Barbara Otte-Kinast (4.v.l.) übergab den Förderbescheid vom Land- und Umweltministerium an das Praktikernetzwerk Wirtschaftsdünger. Das Projekt wird getragen von (v.l.) Dr. Johannes Wilking (Kreislandvolk Vechta), Ute Brase (Umweltministerium), Hubertus Berges (Kreislandvolk Cloppenburg), Dr. Torsten Staack (ISN) und Uwe Bartels (AEF). (Foto: ML)

Ministerin Barbara Otte-Kinast (4.v.l.) übergab den Förderbescheid vom Land- und Umweltministerium an das Praktikernetzwerk Wirtschaftsdünger. Das Projekt wird getragen von (v.l.) Dr. Johannes Wilking (Kreislandvolk Vechta), Ute Brase (Umweltministerium), Hubertus Berges (Kreislandvolk Cloppenburg), Dr. Torsten Staack (ISN) und Uwe Bartels (AEF). (Foto: ML)

Die beiden niedersächsischen Ministerien für Umweltschutz und Landwirtschaft fördern ein Netzwerkprojekt zur Lösung der Nährstofffrage in der Modellregion Oldenburger Münsterland. Dabei stehen insbesondere Separations- und Aufbereitungsmöglichkeiten von Wirtschaftsdüngern hin zu marktfähigen Nährstoffen im Fokus.

Die beiden niedersächsischen Ministerien für Umweltschutz und Landwirtschaft fördern das Projekt Praktikernetzwerk Wirtschaftsdünger – Nährstoffmanagement für Wasserschutz in der Modellregion Oldenburger Münsterland mit jeweils 150.000 €. Das Projekt startet direkt und läuft drei Jahre bis Ende 2021. Ein entsprechender Förderbescheid wurde am vergangenen Dienstag den Projektpartnern durch die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast überreicht. Kooperationspartner sind das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland, die Kreislandvolkverbände Vechta und Cloppenburg, der Niedersächsische Geflügelwirtschaftsverband, die Stiftung Gewässerschutz Oldenburger Münsterland, sowie die ISN-Projekt GmbH, welche das Projekt koordiniert.

 

Wirtschaftsdünger zu marktfähigen Nährstoffen

Zentrales Ziel des Praktikernetzwerkes Wirtschaftsdünger ist es, kurzfristig einen wesentlichen Baustein zur Schließung von Lücken überregionaler Nährstoffkreisläufe zu liefern. Im Mittelpunkt stehen dabei die Separations- und Aufbereitungsmöglichkeiten. Diese sollen so weiterentwickelt werden, dass die Wirtschaftsdünger in marktfähige Nährstoffe umgewandelt werden. So sollen diese deutlich zielgerichteter und effektiver als Ersatz für mineralische Dünger im Pflanzenbau eingesetzt werden können. Die Ansätze sollen auf einer Reihe von Betrieben in den Landkreisen Vechta und Cloppenburg geprüft und wenn möglich umgesetzt werden. Die gewonnenen Erfahrungen sollen im Rahmen des Netzwerkes weitergetragen werden, so dass diese Lösungen auch als Blaupausen für andere Betriebe dienen können.

 

Probleme selbst in die Hand nehmen

Wir Landwirte wollen die Lösung der Nährstoffverteilung nicht anderen überlassen und, sondern nehmen die Herausforderung selbst in die Hand – ohne das Rad neu erfinden zu wollen, begrüßt der ISN-Vorsitzende die Einbindung der Landwirte und erläutert weiter: Das heißt, es geht nicht nur um den Transport von Gülle in Ackerbauregionen. Es geht vielmehr darum, funktionierende Aufbereitungsverfahren für Gülle in den breiten Praxiseinsatz zu bekommen. Dabei müssen die Fragen erörtert werden: An welchen Stellschrauben muss gedreht werden? Wie können bürokratische Hürden genommen werden. Wir müssen gemeinsam alles dafür tun, damit wir unser Grundwasser besser schützen, freute sich Ministerin Otte-Kinast über die gemeinsame Initiative. Auch Umweltminister Olaf Lies betonte: Wir unterstützen den Netzwerkansatz aus Sicht des Grund- und Trinkwasserschutzes ausdrücklich, da das Know How der Praktiker vor Ort genutzt wird.