Brasilien: Schweinefleischexporte im ersten Halbjahr 2026 auf Rekordhoch – Leichter Rückgang im Juni
Die brasilianischen Schweinefleischexporte haben im Juni einen leichten Dämpfer erhalten. Sowohl das Exportvolumen als auch die Erlöse gingen im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück. Trotz dieses vorübergehenden Rückgangs blickt die brasilianische Schweinehaltung auf das erfolgreichste erste Halbjahr ihrer Geschichte zurück.
Die brasilianischen Schweinefleischexporte haben ihren rasanten Wachstumskurs vorübergehend unterbrochen. Laut aktuellen Zahlen des Brasilianischen Verbandes für tierisches Protein (ABPA) wurden im Juni dieses Jahres insgesamt 132.400 Tonnen frisches und verarbeitetes Schweinefleisch ausgeführt. Dies entspricht einem Rückgang von 3,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat (137.200 Tonnen). Auch die Exporterlöse gaben spürbar nach: Mit 312,8 Mio. US-Dollar wurde das Ergebnis von Juni 2025 (341,7 Mio. US-Dollar) um 8,4 % verfehlt.
Schweinefleischexporte im ersten Halbjahr auf historischem Höchststand
Trotz der Abschwächung im Juni verzeichnete der Sektor im ersten Halbjahr 2026 das beste Ergebnis in der Geschichte der brasilianischen Schweinefleischexporte. Im Gesamtzeitraum Januar bis Juni summierten sich die Ausfuhren auf 794.200 Tonnen – ein deutliches Plus von 10,0 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum (722.000 Tonnen). Auch die Erlöse entwickelten sich in den ersten sechs Monaten positiv: Mit 1,859 Mrd. US-Dollar wurde das Vorjahresergebnis (1,723 Mrd. US-Dollar) um 7,9 % übertroffen.
Philippinen bleiben Top-Abnehmer
Bei den wichtigsten Exportzielen zeichnete sich im Juni ein gemischtes Bild ab. Die Philippinen verteidigten ihre Spitzenposition als wichtigster Abnehmer für brasilianisches Schweinefleisch mit einer Importmenge von 23.500 Tonnen, obwohl die Lieferungen dorthin im Vergleich zum Vorjahresmonat einbrachen (-30,4 %). Deutliche Verluste gab es auch im Handel mit China, wohin die Ausfuhren um 26,5 % auf 11.400 Tonnen sanken. Auch der Absatz nach Mexiko (-4,8 % auf 6.900 Tonnen), Singapur (-35,4 % auf 5.900 Tonnen) und Uruguay (-3,3 % auf 4.700 Tonnen) ging zurück.
Japan und Chile stützen Exportgeschäft
Ausgeglichen wurden diese Rückgänge teilweise durch eine starke Nachfrage aus anderen asiatischen und lateinamerikanischen Ländern. Japan festigte seine Rolle als Schlüsselmarkt mit einem kräftigen Plus von 33,8 % auf 17.200 Tonnen. Ebenfalls zulegen konnten die Exporte nach Chile (+3,1 % auf 11.700 Tonnen), Hongkong (+1,4 % auf 8.000 Tonnen), Argentinien (+46,5 % auf 5.900 Tonnen) sowie nach Vietnam (+1,5 % auf 5.800 Tonnen).

