Bundesprogramm Umbau der Tierhaltung: Viele Anträge zum Ende der Antragsphase
Die Zahl der Anträge auf Investitionsförderung im Rahmen des Bundesprogramms Umbau der Tierhaltung (BUT) hat sich seit Jahresbeginn nahezu verdreifacht. Insgesamt wurden Zuwendungen in Höhe von mehr als 800 Mio. Euro beantragt.
ISN: Die stark gestiegene Zahl der Anträge kommt nicht unerwartet und zeigt den hohen Bedarf an Unterstützung beim Umbau der Tierhaltung. Gerade Sauenhalter stehen vor großen Investitionen. Eine wirkungsvolle Förderung ist entscheidend, um insbesondere in der Ferkelerzeugung einer drohenden Ausstiegswelle entgegenzuwirken.
Die Zahl der Anträge auf investive Förderung im Rahmen des Bundesprogramms Umbau der Tierhaltung (BUT) hat in den letzten Monaten stark zugenommen. Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) in seiner Antwort auf eine Schriftliche Frage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Dr. Ophelia Nick mitgeteilt hat, sind zum Ablauf der Antragsfrist am 31. August 2026 insgesamt 956 Anträge bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) eingegangen. Anfang Januar dieses Jahres waren es erst 345.
Mehr als 950 Anträge gestellt – 492 davon bewilligt
Von den 956 vorliegenden Anträgen ist nach BMLEH-Angaben bis Ende August gut die Hälfte bearbeitet worden. Davon wurden 492 bewilligt. Beantragt wurden Zuwendungen in einer Gesamthöhe von rund 808 Mio. Euro. Davon sind bislang rund 390 Mio. Euro bewilligt und 104 Mio. Euro ausgezahlt worden. Nach Fristende befanden sich dem Ministerium zufolge noch 440 Anträge in Bearbeitung bei der BLE.
Die ISN meint:
Die stark gestiegene Zahl der Anträge kommt nicht unerwartet: Dass der Bedarf an Unterstützung für den Umbau der Tierhaltung in in der Praxis vorhanden ist, haben wir bereits mit den ISN-Umfragen sehr deutlich gezeigt. Dass insbesondere zum Ende der Antragsfrist noch zahlreiche Anträge gestellt wurden, war auch deshalb zu erwarten, weil viele Betriebe, Planungsbüros und auch Behörden mit Hochdruck an den Baugenehmigungen gearbeitet haben, um die Förderfrist noch einzuhalten.
Dass die beantragten Fördermittel die bislang gesicherte Finanzierung deutlich übersteigen, ist nicht verwunderlich, denn gerade Sauenhalter stehen aufgrund neuer Haltungsvorgaben vor hohen finanziellen Herausforderungen. Ein Teil von Ihnen hat nun die Gelegenheit zur Förderung ergriffen und baut auf das an mehreren Stellen gegebene Versprechen des Bundeslandwirtschaftsministers, dass alle fristgerecht eingereichten Anträge bei entsprechender Eignung auch Berücksichtigung finden.
Wichtig ist es, dass auch die Sauenhalter, die nun noch nicht zum Zuge gekommen sind, eine entsprechende Perspektive bekommen, sonst ist die Ausstiegswelle vorprogrammiert.

