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03.06.2026rss_feed

Dänemark plant drastischen Umbau der Schweinehaltung

Stallbaustopp und Kupierverbot: Dänemarks neue Regierung will die Auflagen für die Schweinehaltung drastisch verschärfen ©Canva

Stallbaustopp und Kupierverbot: Dänemarks neue Regierung will die Auflagen für die Schweinehaltung drastisch verschärfen ©Canva

Die neue dänische Regierung unter Ministerpräsidentin Mette Frederiksen plant einen umfassenden Umbau der Schweinehaltung. Laut Regierungsprogramm soll unter anderem der Ferkelexport stark zurückgefahren werden. Branchenverbände üben Kritik.

 

Die neue dänische Regierung möchte die Schweinehaltung im Land umfassend umbauen. Wie Agra Europe (AgE) berichtet, hat sie in ihrem am Dienstagnachmittag (2.6.) vorgestellten Regierungsprogramm ein Ende der exportorientierten Schweineproduktion angekündigt. Die Landwirtschaft soll insgesamt ökologisch nachhaltiger und tierwohlfreundlicher werden. Eingeführt werden soll auch eine CO2-Steuer in der Tierhaltung.

 

Ferkelexport soll verringert werden

Im Regierungsprogramm findet sich das Ziel, die Schweineproduktion so umzubauen, dass vorrangig Tiere aufgezogen werden, die in der landeseigenen Lebensmittelversorgung genutzt oder vor dem Export im eigenen Land veredelt werden. Der Export lebender Ferkel soll dagegen reduziert werden. Indem mehr Wertschöpfung in den oberen Teilen der Kette erfolgt, sollen Arbeitsplätze gesichert werden.

 

Kupierverbot bis 2030

Gleichzeitig sind Verschärfungen im Tierschutz geplant, unter anderem ein Verbot des Schwanzkupierens bis 2030. Zudem soll ein vorübergehender Stopp von Stallneubauten und Erweiterungen der bestehenden konventionellen Schweineproduktion erlassen werden, bis Klarheit über die künftigen Rahmenbedingungen besteht.

 

Vierparteien-Runde zur Zukunft der Schweinehaltung

Diese Klarheit über den Umbau soll im Rahmen einer sogenannten Vierparteien-Runde erarbeitet werden. Ihr sollen neben der Regierung auch die Landwirtschaft selbst, Natur-, Tier- und Umweltorganisationen sowie die Sozialpartner des Lebensmittelgewerbes angehören. Innerhalb eines halben Jahres soll sie eine Vision dafür erarbeiten, wie die Schweinehaltung in Richtung ökologischer Produktion und eines geringeren Antibiotikaverbrauchs umgebaut werden kann. Sofern es nicht gelingt, mit den beteiligten Parteien eine Vereinbarung zu treffen, will die Regierung dem Programm zufolge selbst die politisch notwendigen Initiativen ergreifen, damit der Umbau durchgeführt wird.

 

Branchenverband übt Kritik

Der dänische Verband der Schweineerzeuger Danske Svineproducenter übt laut Medienberichten Kritik an den geplanten Maßnahmen und sieht die Wettbewerbsfähigkeit der dänischen Landwirte gefährdet. Der Verband zieht in Erwägung prüfen zu lassen, ob die verschärften Regelungen auf EU-Ebene überhaupt rechtlich zulässig sind.