Erstes Halbjahr 2026: Spaniens Import lebender Schweine bricht ein
Nach Jahren des kontinuierlichen Wachstums verzeichnen die Importe lebender Schweine nach Spanien eine drastische Trendumkehr. Aufgrund von Handelshemmnissen infolge der ASP-Fälle im Land brachen die Einfuhren im ersten Halbjahr 2026 um mehr als ein Drittel ein. Besonders die Ferkellieferungen aus den Niederlanden sind spürbar rückläufig.
Die jahrelang steigenden Importe lebender Schweine nach Spanien haben im ersten Halbjahr 2026 eine drastische Kehrtwende vollzogen. Wie das internationale Fachportal Pig333 unter Berufung auf Daten des spanischen Landwirtschaftsministeriums (MAPA) berichtet, führte Spanien in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres rund 1,83 Millionen lebende Schweine ein. Dies entspricht einem massiven Rückgang von 35,6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Den Hauptanteil der Importe machten mit knapp 80 % Ferkel aus, deren Lieferungen spürbar zurückgingen. Hinzu kommt ein prozentual noch deutlicherer Einbruch beim Import von Schlachtschweinen, die aufgrund ihres geringen Anteils am Gesamtvolumen jedoch weniger stark ins Gewicht fallen.
ASP-Ausbruch im Vorjahr bremst Lebendtransporte aus
Dieser deutliche Rückgang ist eine direkte Folge des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Spanien im November 2025. Die dadurch entstandenen Handelshemmnisse und Marktverschiebungen bremsen den grenzüberschreitenden Lebendtransport spürbar aus.
Niederlande bleiben wichtigster Lieferant
Die Niederlande konnten ihre Position als wichtigster Lieferant Spaniens zwar behaupten, verzeichneten jedoch ebenfalls erhebliche Einbußen. Mit rund 1,19 Millionen Tieren machten niederländische Lieferungen weiterhin 65 % der gesamten spanischen Importe aus, das Volumen sank im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 jedoch um knapp 29 %. Bei den Lebendeinfuhren aus den Niederlanden handelte es sich nahezu ausnahmslos um Ferkel.
Hinter den Niederlanden blieben Portugal und Belgien die zweit- und drittwichtigsten Herkunftsländer. Auch andere europäische Exportnationen wie Dänemark, Frankreich und Deutschland mussten im ersten Halbjahr 2026 signifikante Rückgänge bei ihren Lebendexporten nach Spanien hinnehmen.
Trotz des schrumpfenden Gesamtvolumens bleibt die Struktur der Importströme weitgehend unverändert: Die drei Hauptlieferanten – die Niederlande, Portugal und Belgien – machten zusammen fast 93 % aller lebend nach Spanien eingeführten Schweine aus.

