EU-Schweinefleischexporte leicht unter Vorjahresniveau
Trotz des ASP-bedingten Exporteinbruchs in Spanien hielten sich die EU-Schweinefleischexporte in Drittländer in den ersten fünf Monaten 2026 vergleichsweise stabil. Während Südkorea und Vietnam ihre Importe deutlich ausweiteten, konnten Deutschland und Dänemark auch einen Teil der spanischen Ausfälle auffangen.
In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 verzeichnete der Schweinefleischexport der Europäischen Union in Drittländer einen Rückgang um etwa 2 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf nun rund 1,76 Millionen Tonnen.
Andere EU-Länder fangen Spaniens Exportausfälle teilweise auf
Angesichts des Ausbruchs der ASP in Spanien – dem mit Abstand größten europäischen Exporteur – und des dadurch bedingten massiven Einbruchs der spanischen Drittlandsausfuhren um 19 % auf rund 494.000 Tonnen hätte man am Markt durchaus einen noch deutlich drastischeren Rückgang der europäischen Gesamtmenge erwarten können. Dass das Minus letztlich bei 2 % gehalten wurde, liegt daran, dass andere EU-Mitgliedstaaten zumindest teilweise in die entstandenen Lücken stoßen konnten und wichtige Abnehmerländer wie Südkorea und Vietnam einen deutlich gesteigerten Importbedarf hatten.
Deutschlands Exportgeschäft erholt sich
Deutschland verzeichnete hierbei zwar auf den ersten Blick bei den Drittlandsexporten ein deutliches Plus von 34 % auf rund 157.000 Tonnen, was jedoch zum großen Teil auf Sondereffekte gegenüber dem schwachen Vorjahr zurückzuführen ist. Der Zuwachs beruht maßgeblich auf der Wiederöffnung des südkoreanischen Marktes für deutsche Lieferungen, was zu einem deutlichen Plus von 27.000 Tonnen führte. Flankiert wurde diese Erholung im Vorjahresvergleich durch die Normalisierung der Lieferungen in das Vereinigte Königreich, nachdem im 1. Quartal 2025 aufgrund des MKS-Ausbruchs in Deutschland eine vorübergehende Sperre die deutschen Exportmengen stark ausgebremst hatte. Eine deutliche Steigerung aufgrund der höheren Nachfrage gab es bei den Exporten nach Vietnam mit einem Plus von 11.000 Tonnen.
Dänemark nutzt freiwerdende Marktanteile
Neben Deutschland konnte auch Dänemark die Exportmengen in Drittländer steigern – und zwar um ca. 8 % auf 276.000 Tonnen. Die dänischen Exporteure versuchten die freiwerdenden Lücken der Spanier zu nutzen, konnten jedoch nur einen Teil der massiven spanischen Ausfälle auf den globalen Märkten kompensieren. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Wettbewerbsdruck auf den verbliebenen Drittlandsmärkten enorm hoch ist: Die Europäer sehen sich einer starken Konkurrenz durch kostengünstige Anbieter aus Brasilien und den USA gegenüber, während gleichzeitig auch Russland eine immer bedeutendere Rolle im globalen Handel einnimmt.
Nachfrage verlagert sich nach Asien
Auf der Abnehmerseite der EU-Exporte waren ebenfalls deutliche Verschiebungen zu beobachten: Während die Lieferungen in das Hauptabnehmerland China um 20 % auf rund 386.000 Tonnen schrumpften, verzeichnete Südkorea eine Steigerung von 52 % auf 173.000 Tonnen. Vietnam importierte mit 64.000 Tonnen ca. 62 % mehr als im Vorjahr aus den EU-Staaten.


