ISN-Projekt GmbH, Postfach 1117, 49401 Damme perm_phone_msg (0 54 91) 9665-0 local_printshop (0 54 91) 9665-19
search
02.10.2026rss_feed

EU-Frühjahrs-Viehzählung: Schweinebestand im Rückgang – Sauenzahlen bleiben stabil

© ISN nach Eurostat

© ISN nach Eurostat

Die aktuelle EU-Frühjahrs-Viehzählung zeigt einen Rückgang der Schweinebestände. In den bislang erfassten elf Mitgliedstaaten wurden rund 1 % weniger Schweine gezählt als im Vorjahr, während die Sauenzahlen insgesamt stabil blieben. Die Entwicklung in den einzelnen Mitgliedsstaaten fiel dabei unterschiedlich aus. Nach der europaweit schwierigen Preisphase im Sommer gehen Marktanalysten davon aus, dass die Tierzahlen bei der Herbstzählung noch stärker zurückgehen werden.


Bei Eurostat liegen nun die Ergebnisse der Frühjahrs-Viehzählung aus den meisten wichtigen schweinehaltenden EU-Ländern vor. Bislang wurden Daten aus elf Mitgliedstaaten veröffentlicht. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht alle EU-Länder ihre Schweinebestände im Frühjahr erfassen. Von den größeren Mitgliedstaaten, die üblicherweise an der Frühjahrszählung teilnehmen, fehlen derzeit noch Frankreich und Italien. In den elf erfassten Mitgliedstaaten wurden insgesamt 100,1 Mio. Schweine gezählt. Das entspricht einem Rückgang von 1,0 % gegenüber dem Vorjahr. Die Sauenzahlen blieben dagegen mit 7,82 Mio. Tieren weitgehend stabil (+0,1 %).

 

Schweinebestände in Spanien und den Niederlanden rückläufig

Spanien, das mit Abstand größte Schweinehaltungsland der EU, verzeichnete einen Bestandsrückgang um 2,0 % auf 33,10 Mio. Schweine. In den Niederlanden fiel der Rückgang noch deutlicher aus: Dort wurden mit 9,19 Mio. Tieren 6,8 % weniger Schweine gezählt als im Vorjahr. In Dänemark stieg der Schweinebestand um 2,5 % auf 12,19 Mio. Tiere. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass sich zum Zeitpunkt der Zählung ein Teil der schlachtreifen Schweine in den Ställen staute und sich deren Abholung zur Schlachtung verzögert hatte.

In Deutschland und Polen bewegten sich die Bestände dagegen weitgehend seitwärts. In Deutschland wurden 21,04 Mio. Schweine gezählt, 0,6 % mehr als im Vorjahr. Polen kam auf 9,12 Mio. Tiere, was einem Plus von 0,9 % entspricht.

 

Sauenzahlen in der EU stabil

In den elf erfassten Ländern wurden insgesamt 7,82 Mio. Sauen gehalten. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem minimalen Plus von 0,1 %. Die Entwicklung verlief in den einzelnen Ländern jedoch unterschiedlich:

In Spanien stieg der Sauenbestand um 2,6 % auf 2,68 Mio. Tiere. Deutschland verzeichnete einen leichten Zuwachs von 0,9 % auf 1,41 Mio. Sauen. In Polen blieb der Bestand mit 614.000 Tieren unverändert.

In Dänemark ging der Sauenbestand erstmals seit längerer Zeit leicht zurück. Mit 1,14 Mio. Tieren wurden 0,9 % weniger Sauen gezählt als im Vorjahr. In den Niederlanden setzte sich der deutliche Rückgang fort. Dort sank die Zahl der Sauen um 5,7 % auf 748.000 Tiere.

 

Stärkere Rückgänge in der Herbstzählung?

Die Ergebnisse der Frühjahrszählung geben wichtige Hinweise auf die weitere Entwicklung. Zu beachten ist jedoch, dass von den größeren Mitgliedstaaten, die üblicherweise an der Frühjahrszählung teilnehmen, derzeit noch Angaben aus Frankreich und Italien fehlen. Zudem sind die Zahlen aus Dänemark aufgrund des Sondereffekts bei den schlachtreifen Schweinen mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.

Nach der EU-weit schwierigen Preisphase im Sommer erwarten viele Marktanalysten, dass die Tierzahlen bei der Herbstzählung deutlicher zurückgehen werden. Für das Schlachtaufkommen in der EU hat die EU-Kommission für die zweite Jahreshälfte 2026 ein geringeres Niveau als im Vorjahr prognostiziert.