Leichte Zunahme der globalen Schweinefleischerzeugung erwartet
Die weltweite Produktion von Schweinefleisch wird im laufenden Jahr 2026 voraussichtlich einen moderaten Zuwachs verzeichnen. Prognosen der AMI zufolge soll das globale Aufkommen um 0,6 % zulegen und ein Gesamtvolumen von 129,5 Mio. Tonnen erreichen. Dieser leichte Aufwärtstrend resultiert im Wesentlichen aus Kapazitätserweiterungen in China, Brasilien und den USA, wodurch die spürbaren Einbußen auf dem europäischen Markt ausgeglichen werden können.
In den EU-Mitgliedstaaten stehen die Erzeugerpreise für Schlachtschweine bereits seit dem Jahreswechsel 2025/26 unter starkem Abwärtsdruck. Das hat verschiedene Ursachen: Einerseits belasten von China erhobene Importzölle das Exportgeschäft der europäischen Anbieter. Andererseits sorgte das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Spanien im November 2025 für regionale Vermarktungsbeschränkungen, was zu einem deutlichen Überhang an Ware auf dem EU-Binnenmarkt führte. Wegen der dadurch eingebrochenen Wirtschaftlichkeit ist im weiteren Verlauf des Jahres mit einem Abbau der Schweinebestände in Europa zu rechnen.
Globale Nachfrage entwickelt sich zweigeteilt
Analog zur Erzeugung entwickelt sich auch die weltweite Nachfrage im Jahr 2026 leicht aufwärts. Während das Konsumniveau im Hauptabnehmerland China weitgehend stabil bleibt, zeigen andere Schwellenmärkte eine hohe Dynamik. Allen voran in Mexiko (+4,6 %) und Vietnam (+3,0 %) zieht der Bedarf kräftig an. Demgegenüber steht ein leicht rückläufiges Konsumverhalten in der EU.
Dynamik im Welthandel: USA bauen Vorsprung aus
Auch der weltweite Handel mit Schweinefleisch belebt sich im Jahr 2026 weiter. Angetrieben durch den hohen Importbedarf Mexikos und begünstigt durch das eingeschränkte Exportpotenzial der europäischen Konkurrenz dürften die USA ihr Ausfuhrvolumen steigern und ihre Marktführerschaft im Exportgeschäft weiter festigen. Demgegenüber wird das Exportvolumen der europäischen Länder im laufenden Jahr – bedingt durch seuchenrechtliche Handelsbarrieren infolge der ASP-Fälle in Spanien – insgesamt kleiner ausfallen. Auf der Nachfrageseite dürfte Mexiko seine Rolle als weltweit bedeutendster Importmarkt für Schweinefleisch weiter festigen.

