ISN-Projekt GmbH, Postfach 1117, 49401 Damme perm_phone_msg (0 54 91) 9665-0 local_printshop (0 54 91) 9665-19
search
15.06.2026rss_feed

Nährstoffbericht Niedersachsen 2024/2025: Stickstoff-Obergrenze auf Kreisebene erstmals eingehalten

Niedersachsen hat heute den jährlichen Nährstoffbericht für 2024/25 veröffentlicht

Niedersachsen hat heute den jährlichen Nährstoffbericht für 2024/25 veröffentlicht

Der neue Nährstoffbericht für Niedersachsen zeigt deutliche Fortschritte beim Nährstoffmanagement der Betriebe: Erstmals wird die 170-kg-N-Obergrenze in allen Landkreisen rechnerisch eingehalten – auch in den viehstarken Regionen.

ISN: Die Anstrengungen der Landwirtschaft tragen Früchte und spiegeln sich klar in den Daten wider. Gleichzeitig zeigt das sinkende Nährstoffaufkommen auch die Folgen des anhaltenden Strukturwandels in der Schweinehaltung. Daher ist es wichtig, nicht mit weiteren rechtlichen Einschränkungen und noch mehr Bürokratie über das Ziel hinauszuschießen, sondern die betrieblichen und überbetrieblichen Nährstoffkreisläufe zu unterstützen.

 

Die Düngebehörde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat heute im Auftrag des Agrarministeriums den 13. Nährstoffbericht vorgelegt, der den Zeitraum vom 1. Juli 2024 bis zum 30. Juni 2025 beleuchtet.

 

Staudte: Gute Entwicklung, aber Sorge wegen Wasserqualität

Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte betonte, dass die niedersächsische Landwirtschaft in den letzten Jahren viel erreicht habe und die rechtlich zulässige Stickstoffdüngung auf Landesebene eingehalten werde. Gleichzeitig äußerte sie Sorge darüber, dass sich dies kaum in den Gewässern widerspiegelt: Wir müssen und werden die Ursachen hierfür näher beleuchten und hinterfragen, ob das bisherige Ausbleiben eines deutlichen Rückgangs der Nährstoffbelastung trotz positiver Entwicklungen im Düngungsverhalten eine rein zeitliche Komponente darstellt oder die Ursachen an anderer Stelle liegen. Zudem betonte Staudte die Notwendigkeit einer effizienten Weiterentwicklung des nationalen Düngerechts.

 


Stickstoffaufbringung aus organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln gemäß § - 6 Abs. 4 DüV auf Ebene der Landkreise / kreisfreien Städte* ©Nährstoffbericht Niedersachsen 2024/25

Stickstoffaufbringung aus organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln gemäß § 6 Abs. 4 DüV auf Ebene der Landkreise / kreisfreien Städte* ©Nährstoffbericht Niedersachsen 2024/25

Erstmals alle Landkreise unter der N-Obergrenze

Erstmals seit dem Nährstoffbericht 2015/2016 wird die 170-kg-N-Obergrenze für organische Dünger im rechnerischen Durchschnitt aller Kreise eingehalten. Dies ist ein wichtiger Indikator für das verbesserte Nährstoffmanagement auf den Betrieben und in den Regionen.

 

Stickstoff-Saldo weiter deutlich negativ

Der Stickstoff-Düngesaldo (N-Saldo) auf Landesebene ist mit minus 38.232 Tonnen Stickstoff (Vorjahr: -34.988 t) weiterhin deutlich negativ. Die Vorgaben der Düngeverordnung werden landesweit also eingehalten und die zulässige Düngung nicht ausgeschöpft. Eine rechnerische Überschreitung des Düngebedarfs liegt aber weiterhin in fünf Landkreisen (Cloppenburg, Grafschaft Bentheim, Peine, Vechta sowie der kreisfreien Stadt Salzgitter) mit einer Summe von rund 1.689 Tonnen Stickstoff vor.

 

Weniger Dung und Gärreste aus der Tierhaltung

Der Anfall von Dung- und Gärresten aus der Tierhaltung und den Biogasanlagen ist leicht rückläufig: Er beläuft sich im Berichtszeitraum 2024/2025 auf 52,4 Millionen Tonnen und liegt damit rund 0,3 Millionen Tonnen unter der Menge des Vorjahres.


Entwicklung des N-Anfalls aus der Tierhaltung in Niedersachsen auf Landesebene ©Nährstoffbericht Nds. 2024/25

Entwicklung des N-Anfalls aus der Tierhaltung in Niedersachsen auf Landesebene ©Nährstoffbericht Nds. 2024/25

Mineraldüngerabsatz leicht gestiegen

Der Absatz von Mineraldünger ist im Berichtszeitraum wieder leicht auf rund 169.000 Tonnen Stickstoff angestiegen (Vorjahr: 158.000 t). Die Betriebe scheinen den Dünger aber insgesamt gezielter einzusetzen als in der Vergangenheit.

 

Phosphat-Überschuss regional konstant

Wie im Vorjahr ergibt sich in fünf Landkreisen (Cloppenburg, Emsland, Grafschaft Bentheim, Oldenburg, Vechta) ein rechnerischer Phosphat-Überschuss von insgesamt 2.947 Tonnen. Der landesweite Phosphatdüngesaldo ist mit minus 15.317 Tonnen hingegen stark negativ, es wird also landesweit deutlich weniger Phosphat gedüngt als rechnerisch benötigt.

 

Handlungsbedarf bei Grund- und Oberflächengewässern bleibt bestehen

Die größte Herausforderung bleibt die Wasserqualität. Ein positiver Trend bei der Nährstoffbelastung ist nur an rund 30 Prozent der Messstellen zu sehen. Bei über der Hälfte gibt es keine signifikante Veränderung, bei einem Sechstel steigen die Nitratkonzentrationen sogar. Nur 3 Prozent der Oberflächengewässer erreichen einen guten ökologischen Zustand.

 

Die ISN meint:

Die Nährstofffrage stellt ohne Zweifel eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Der jährlich veröffentlichte Nährstoffbericht aus Niedersachsen zeigt bereits seit einigen Jahren, dass die Landwirtschaft diese Herausforderung angenommen hat und sich die Mühe lohnt. Die Maßnahmen greifen, wenn man ihnen Zeit gibt. Der Nährstoffüberschuss ist nun auch in den viehintensiven Regionen abgebaut. Das ist eine große Leistung, die Anerkennung verdient!

Gleichzeitig macht das rückläufige Nährstoffaufkommen auch den fortschreitenden Strukturwandel in der Schweinehaltung sichtbar. Damit die verbleibenden Betriebe eine verlässliche Perspektive haben, muss die Politik von zusätzlicher Bürokratie absehen. Stattdessen gilt es, betriebliche und überbetriebliche Nährstoffkreisläufe sinnvoll zu fördern, die Rechtssicherheit für die Betriebe zu stärken und praxisgerechte Rahmenbedingungen zu schaffen.

 


>>> Hier gelangen Sie zum vollständigen Nährstoffbericht Niedersachsen 2024/2025: Nährstoffbericht für Niedersachsen 2024/2025 : Landwirtschaftskammer Niedersachsen