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30.03.2026rss_feed

USDA-Prognose 2026: Geringere EU-Schweineproduktion und Exporte

Das USDA rechnet in diesem Jahr mit einer sinkenden Schweinefleischproduktion in der EU ©Canva

Das USDA rechnet in diesem Jahr mit einer sinkenden Schweinefleischproduktion in der EU ©Canva

Die jüngste USDA-Prognose zeigt für 2026 eine sinkende Schweineproduktion und weniger Exporte in der EU. Insbesondere aufgrund der anhaltend angespannten Marktlage rechnet die US-Behörde mit spürbaren strukturellen Anpassungen der Schweinehaltung in den Mitgliedsstaaten.

 

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) erwartet für 2026 einen Rückgang der Schweinefleischproduktion und -exporte in der Europäischen Union. Ursache ist eine anhaltend angespannte Marktlage, die Anpassungen in der Erzeugung erforderlich macht, so die US-Fachleute. Nach der zwischenzeitlichen Ausweitung der Schlachtungen im Jahr 2025 infolge guter Schweinepreise und günstiger Futterkosten hat sich das Marktumfeld zum Jahresende deutlich eingetrübt. Ein umfangreiches Angebot auf dem EU-Binnenmarkt, u.a. bedingt durch Handelshemmnissemnisse, setzte die Preise unter Druck. Diese Entwicklung dürfte laut USDA auch 2026 nachwirken.

 

Strukturelle Anpassung erwartet

Vor diesem Hintergrund rechnet die US-Behörde mit einer spürbaren strukturellen Anpassung der Schweinehaltung in der EU. Die Produktion dürfte 2026 um rund 1,6 % zurückgehen. Insbesondere in Westeuropa werden sinkende Schlachtzahlen erwartet. Ausschlaggebend sind das niedrige Preisniveau, steigende Umwelt- und Tierwohlauflagen sowie wirtschaftliche Unsicherheiten, die zu weiteren Betriebsaufgaben führen können.

 

Unterschiedliche Entwicklung in einzelnen EU-Ländern

In den Niederlanden wird die Entwicklung besonders stark durch sinkende Ferkel-Exporte, steigende Umweltkosten und staatliche Aufkaufprogramme belastet. Auch in Deutschland dürfte sich nach der USDA-Erwartung der Strukturwandel fortsetzen. Stabiler stellt sich dagegen die Lage in Ost- und Südosteuropa dar, wo vergleichsweise niedrige Produktionskosten, günstige Ferkelpreise und Förderprogramme die Erzeugung stützen.

 

Rückläufige Entwicklung auch im Außenhandel

Im Außenhandel der EU erwartet das USDA ebenfalls eine rückläufige Entwicklung. Für 2026 schätzt die US-Behörde die EU-Exporte um 9,2 % niedriger ein als 2025. Handelsrestriktionen – etwa chinesische Strafzölle und ASP-bedingte Liefersperren für Teile Spaniens – dürften die Ausfuhren begrenzen, auch wenn niedrigere Preise die Wettbewerbsfähigkeit grundsätzlich verbessern. Andere EU-Anbieter werden die wegfallenden Absatzmöglichkeiten voraussichtlich nicht vollständig kompensieren können.

 

Verbrauch bleibt stabil

Der Verbrauch von Schweinefleisch in der EU dürfte 2026 insgesamt relativ stabil bleiben. Eine zunehmende Nachfrage in Teilen Mittel- und Südosteuropas kann schwächere Entwicklungen in anderen Regionen teilweise ausgleichen. Insgesamt deutet sich nach Einschätzung des USDA für 2026 ein Markt mit sinkender Produktion, rückläufigen Exporten und anhaltendem Anpassungsdruck in der europäischen Schweinehaltung an.