EG Südbayern überträgt Mehrheitsanteile der Schlachthöfe Landshut und Vilshofen

Der Standort Landshut der Erzeugergemeinschaft Südbayern ist einer der wenigen großen Schlachthöfe in Bayern (Bild: Erzeugergemeinschaft Südbayern)
Die österreichische Marcher Gruppe steigt als Mehrheitsgesellschafter bei den Schlachtbetrieben der EG Südbayern in Landshut und Vilshofen ein. Damit ist die Zukunft der beiden Standorte im Süden gesichert, nachdem für den Betrieb in Landshut bereits die Schließung beschlossen war. Bestehende Verträge und Arbeitsverhältnisse sollen erhalten bleiben.
Die Erzeugergemeinschaft Südbayern eG (EG Südbayern) hat am 8. Mai 2026 bekanntgegeben, 51 Prozent der Anteile an der EG Südbayern Schlachtbetriebs GmbH an die österreichische Norbert Marcher GmbH mit Sitz in Villach veräußert zu haben. Vorbehaltlich der kartellrechtlichen Freigabe übernimmt Marcher damit die Mehrheitsgesellschafterstellung sowie die alleinige operative und industrielle Führung der Schlachtbetriebe in Landshut und Vilshofen. Finanzielle Details wurden nicht kommuniziert.
Standortschließung abgewendet
Die EG Südbayern hatte beide Standorte 2024 vom niederländischen Fleischkonzern Vion übernommen, der sich schrittweise aus Deutschland zurückzieht. Der Standort Landshut erwies sich wirtschaftlich als dauerhaft defizitär. Im November 2025 stimmte der überwiegende Teil der Vertreter der Genossenschaft für die Schließung des Standortes. Die ISN hatte damals vor negativen Folgen für den Schweinemarkt gewarnt und gleichzeitig appelliert, Kaufoptionen weiter zu prüfen und für den Erhalt des Standortes zu kämpfen.
Bedeutung für regionale Schlachtkapazität
Mit dem nun gefundenen Käufer bleiben beide Standorte laut Unternehmensangaben erhalten. Wöchentlich werden an beiden Standorten zusammen aktuell rund 32.000 Schweine geschlachtet, sie hätten allerdings eine maximale Kapazität von etwa 40.000 Schweinen.
Österreichisches Familienunternehmen betritt deutschen Markt
Die Norbert Marcher GmbH, bekannt als Marcher Fleischwerke, ist ein österreichisches Familienunter-nehmen mit elf Standorten, rund 1.850 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von 700 Mio. Euro im Jahr 2025. Das Unternehmen verarbeitet jährlich rund 140.000 Rinder und 1 Mio. Schweine und deckt die gesamte Wertschöpfungskette von Schlachtung und Zerlegung bis zur Weiterverarbeitung ab. Mit dem Einstieg in Bayern betritt Marcher erstmals als Verarbeiter den deutschen Markt. Ziel sei es, Investitionen in Technik, Prozesse und Effizienz zu bündeln und die Standorte langfristig als verlässliche Partner der regionalen Landwirtschaft zu positionieren. Bestehende Geschäftsbeziehungen, Lieferketten und Arbeitsverhältnisse bleiben laut der Vereinbarung unverändert bestehen.
